Pilates

 

 

 

Wer war Joseph H. Pilates ?

 Der deutschstämmige Amerikaner Joseph Hubertus Pilates wurde am 9.12.1883 in Mönchengladbach in der Nähe von
Düsseldorf geboren. Als Kind hatte er, wie viele andere Kinder in dieser Zeit, Asthma und Rachitis. Er begann mit 10 Jahren mit  gymnastischen Übungen und auch mit einer Art Kraft- training. Seine eher schwächliche Konstitution verwandeltesich im Laufe der Jahre und bereits mit 15 Jahren hatte ereinen muskulösen, definierten Körper und wurde öfters als Studienobjekt oder für anatomische Zeichnungen als Modell genommen. Er begann vielerlei Sportarten der damaligen Zeit auszuüben (griechisch/römisches Ringen, Schwimmen und Tauchen sowie Boxen). Im Alter von 32 Jahren wanderte “Joe” nach England aus und bildete bald danach die Detektive von Scotland Yard im Boxen und Ringen aus. Als der 1.Weltkrieg begann, kam er als Deutscher in ein Internierungslager. Während seiner Gefangenschaft in dem Lager begann er seine Techniken des Körpertrainings weiter auszubauen und trainierte seine Mitgefangenen nach dem von ihm entwickelten Gymnastikprogramm wobei er vorhandene Einrichtungsgegenstände ins Training mit ein bezog. Da nur Betten vorhanden waren, funktionierte er diese in Trainingsgeräte um.

Auswanderung in die USA

 Nach der Gefangenschaft blieb er nicht mehr in England, sondern kehrte für kurze Zeit nach Deutschland zurück und wanderte dann 1923 im Alter von 39 Jahren endgültig in die USA aus. Als echtes Kind seiner Zeit war er auch einer, der in den USA mit den damals immer stärker werdenden Trend des beginnenden Bodybuildings häufig konfrontiert wurde und dieses Streben nach einem möglichst muskulösen Körpers eher ablehnend gegen- überstand. Vielmehr sah er sich als Prophet eines neuen gesundheitsorientierten Körpertrainings.
Funktionalität als Mittel der Formgebung schien ihm der bessere Weg. Sein jahrelanges Selbststudium der Erkenntnisse und der Sportwissenschaft jener Zeit (1.Weltkrieg und die Zwischenkriegszeit) brachte ihm ebenso weiter wie die Analyse verschiedenen Körpertrainingssysteme der damaligen Zeit, wie etwas die „Sandow’sche Körpertrainingslehre“.  

 Der berühmte, ebenfalls deutschstämmige, Kraftathlet “ Eugen Sandow”  alias Müller war nicht nur ein großer Kraftsportler, sondern auch ein erfolgreicher Buchautor ("Kraft und wie man sie erlangt", Berlin 1900) und wurde in England zum " Seiner  Majestät Professor für wissenschaftliche Körperkultur" ernannt. Er eröffnete in London vier elitäre Sportinstitute, wovon eines auch für Damen eingerichtet war. Eugen Sandow war es auch, der großen Wert auf systematisches Training legte.  Sandow maß Trainingserfolge nach einem eigenen Aufzeichnungssystem, bei dem er an bestimmten Körperstellen die Maße nahm und über längere Zeiträume miteinander verglich und so die Trainingserfolge genau dokumentierte.

   Oder das, damals in deutschen Landen ebenso bekannte „Müllern“ . Der dänische Turnlehrer Jens P. Müller löste eine Körperertüchtigungswelle der besonderen Art aus. Das Buch “Mein System” welches rund eine Million Käufer fand, brachte viele seiner Leser zum “Müllern”, wie das Trainingssystem mangels besserer Namen genannt wird. Der Hauptunterschied zu der “Sandow”-Methode war die Bekenntnis zum Üben in freier Natur mit möglichst wenigen Textilien. Betrachtete Sandow den Menschen als Muskel, so war Müller ein Verfechter der Haut, als größtem Organ. Abhärtende Übungen im kalten Wasser, Sonnenbäder und die 18 vorgeschriebenen Übungen waren das oberste Gebot der “Müllerianer”.

    Oder in den USA, der später legendäre Angelo Siziliano,
bekannt unter dem Namen “Charles Atlas", dieser gewann 1921/22 in den USA die beiden Wettbewerbe: “The World’s Most Perfectly Developed Man”. Charles Atlas gründete 1929  eine Firma und vermarktete sehr geschickt  Kraft-Trainingskurse in Buchform und in Fernlehrgängen. Er entwickelte dabei die Methoden von Sandow und MacFadden (einen Körper ohne Geräte aufzubauen, die er „Dynamic Tension“ nannte und deren  Funktionsweise er - nach eigenen Angaben - den Bewegungen von Raubtieren im New Yorker Zoo abgeschaut hatte) weiter und legt damit teilweise Grundsteine für die Trainingslehre des späteren Bodybuilding. Seine Kurse wurden unter der Bezeichnung "He-Man", sinngemäß "richtiger Mann", mit großem Erfolg im angloamerikanischen Raum vermarktet. (Seine Firma besteht noch heute!)

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